Danke Clint!

Nach zwei Abenden mit zwangsweise zugemuteten Filmen, die -für uns beide- im wahrsten Sinne des Wortes eine Zumutung(Untertreibung???) waren, welche „glücklicherweise“ auch noch auf irgendwelchen „Privaten“ liefen, was zur Folge hatte, dass man in der Zeit der Werbeunterbrechungen für 5-7 Minuten einen zweiten, unzumutbaren Film parallel sehen „durfte“, hatten wir heute in unserem trauten Heim eeeeeeeeeendlich wieder die Möglichkeit zur Selbstbestimmung unseres Programms. PS3 an, DVD rein, „Gran Torino“ von und mit Clint Eastwood angesehen…ich mochte ihn  ja schon immer, aber was dieser, inzwischen etwas, „ältere“ Herr seit gut 20 Jahren(eigentlich seit fast 40 -aber für mich sind die letzten 20 von größerer Bedeutung), vor allem als Regisseur, abliefert, ist, für meinen Geschmack zumindest, einfach nur „Weltklasse“.

Einst Zigarillo rauchend und Poncho tragend, dabei anderen, mittels Colt oder Magnum(„Dirty“ Harry Callahan – ohne Poncho und Rillo), Manieren oder den filmischen Tod beibringend, heute dagegen Filme drehend, bei denen einem durchaus ein dicker Kloss im Hals stecken bleiben kann(v.a. „Million Dollar Baby“ und eben „Gran Torino“, aber auch „Mystic River“).

Auch wenn er selbst, nach eigener Aussage, nicht mehr vor der Kamera auftreten wird/möchte – war ja bei „Mystic River“ auch egal 😉 – , hoffe ich doch, dass Clint noch lange genug so fit bleibt(ab 31. Mai 2010 wirds bestimmt einige Filme im TV geben – da wird er stolze 80!), um als Regisseur so lange, wie möglich, derart gute Filme zu drehen.

—> Lesetipp:         http://www.getidan.de/film/georg_seesslen/289/clint-eastwood-%E2%80%93-vom-cowboy-zum-kunstler

– hs –

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… wahrlich warme Gedanken

…durfte ich mir heute beim Besuch des Weihnachstmarktes in Zürich machen.

Es ist doch schon leicht verrückt, einen Weihnachtsmarkt in einer Bahnhofshalle aufzubauen und da ja dort bekanntlich kein Schnee fallen kann, was einen Weihnachtmarkt halbwegs gemütlich machen würde, werden weisse Plastikfolien über den erhitzten Ständen angebracht.

Nun drängen sich dort, wie auf jeden anderen Weihnachtsmarkt, allerhand Leute -und, wie so oft, passiert es, dass man, mitten in der Schieberei, auf einmal beim Vordermann aufschlägt, da dieser ohne Vorwarnung mitten im Gang stehen bleibt, in der Tasche nach seiner Kamera kramt und meint unbedingt den Swarovski-Baum fotografieren zu müssen – als ob dieser auf einmal aus dem Nichts aufgetaucht ist und man ihn bei Eintritt in die Bahnhofshalle nicht hätte sichten können, da er ja sooo klein ist. Die Krönung ist dabei noch, dass der fotografierende Tourist auch noch ein Bahnreisender mit Gepäck ist, welches er dann auch noch mittendort stehen lässt, um eben nach besagter Kamera zu kramen – wir erinnern uns, wir befinden uns ja in einer Bahnhofshalle…

Hat man nun endlich alle Stände besichtigt, versucht man, wie jeder, der einen „Glühmarkt“ mit einer Gruppe von Leuten besucht, einen Glühweinstand zu finden, der idealerweise den leckersten Glühwein hat und möglichst viel Bewegungsfreiheit ermöglicht, sprich es stehen möglichst wenige Leute am und um den Stand herum. Nur ist das nun mal ein Widerspruch insich. Mit lauwarmen Getränken versorgt, prosten sich nun die Teilnehmer fröhlich zu, um, im Kreis stehend, den Rest der Gänge auch noch zu verstopften. Doch Ernüchterung stellt sich mit dem ersten Schluck ein. Ist doch jeglicher Alkohol und Geschmack beim normalen Glühwein verflogen, vermutlich durch das tagelange durchkochen der minderen Qualität, so muss man bei der offiziell alkoholfreien Variante feststellen, nichts besseres als einen erwärmten und verdünnten Apfel-Kirschsaft im Becher zu haben.

Macht man hier nun die Rechnung auf,  hat man ein Getränk für bestenfalls 20 cent und löhnt dafür 4 SFr.

Ärgern macht hungrig.

Die  Gruppe schwärmt aus zum Futter kaufen um sich dann wieder am Glühweinstand zu treffen. Ernüchtert und weiterhin hungrig – der Gedanke, danach noch eine Systemgastronomie zu besuchen ist komischerweise bei allen präsent – kehren die Jäger zurück.

In der Hand diverse Würste, die wahrscheinlich noch die bessere Wahl waren, Racelettebrötchen, belegte Brezen und Crepes  – ich komme nicht umhin zu erwähnen, dass dies die komplette Palette an warmen Speisen ist.

Mal ehrlich: was bitteschön rechtfertigt den Preis von 8 SFr – ja, das sind 6 Euro – für einen Löffel voll geschmacklosen gerösteten Ei-Wasser-Mehl-Gemisch getoppt mit  einem Klecks Apfelmus aus der Billigdose von A… und einem Zimt-Zucker-Gemisch, was in Summe vielleicht 20 cent kostet.

…und was mich an der  Sache so richtig aufregt ist, dass ich mich „Alle Jahre wieder“ mitschleppen lasse, natürlich auch der Leute wegen, und aufs neue vom Kommerz- und Marketingrummel „Vorweihnachtszeit“ verleiten lasse…

… oh du geruhsame Weihnachtszeit.

-FS-

PS: Der Swarovski-Baum ist wirklich ein Highlight…leider das Einzige.