11 Cent

Armes Deutschland!

Banken verzocken Milliarden, werden aber nicht abgestraft, sondern wegen – angeblicher – systemrelevanter Alternativlosigkeit oder alternativloser Systemrelevanz vom Staat und dessen Steuerzahlern gerettet. Wer regt sich darüber(noch) auf? Niemand. Es wird sich, in diesem Zusammenhang, einzig und allein über die „faulen“ und „korrupten Südländer“ echauffiert, nachdem man es – milliardenschwere Unternehmen haben sehr gut bezahlte PR-Agenturen – geschafft hat, die Banken- und Finanzkrise begrifflich in eine Staatsschuldenkrise zu verwandeln…

Nicht nur, dass sich niemand darüber aufregt, nein, es ist ja mittlerweile so, dass man diese Ackermänner und Konsorten hofiert und ihnen bei jeder sich bietender Gelegenheit applaudiert. Sie bekommen ihre Auftritte in sämtlichen Medien, oftmals werden sie dabei als „Finanz-Experten“ bezeichnet… . Zugegeben, irgendwie sind sie es ja wirklich, denn immerhin haben sie es geschafft, nicht für ihre eigenen Schulden gerade stehen zu müssen. Sie gaben sogar dem gemeinen Bürger das Gefühl, mit der Rettung der „systemrelevanten“ Banken endlich mal einen sinnvollen Beitrag mit seinen Steuergeldern geleistet zu haben.

Und jetzt taucht so ein grössenwahnsinniger Pfaffe auf der Bildfläche auf, dem, allem Anschein nach, in seinem Elternhaus wohl nie ein wirklicher Bezug zum Geld vermittelt wurde. Aber wieso gerade jetzt diese traurige Gestalt auf sämtliche Titelseiten und in alle möglichen Sendeanstalten gehievt wurde, ist mir zwar nicht wirklich bekannt, aber ich vermute mal, dass gerade wirklich wichtige Dinge um uns herum geschehen, von denen die milliardenschweren Unternehmer und Unternehmen, inklusive deren Handlanger auf den Regierungsbänken, nicht unbedingt wollen, dass darüber, unter Umständen, näher berichtet wird…

Klarstellung:

Natürlich finde ich es auch nicht richtig, was dieses bischöfliche Würstchen sich erlaubt hat. Aber damit ist es auch gut. Mehr muss man dazu ja nicht sagen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass es eben einige gibt, die mit bedeutend mehr Geld um sich geprasst bzw. „geprotzt“ haben. Nur werden diese, wie erwähnt, nicht an irgendeinen Pranger gestellt, sondern, wenn man so will, eher auf den Titel irgendeines Hochglanz-Werbeprospektes abgebildet…

Gut wäre übrigens endlich mal die Trennung von Kirche und Staat – letztlich hat die Kirche genug Geld auf der hohen Kante…

Worüber regt sich „ganz Deutschland“ sonst so auf?

  • Darüber, dass man ihnen einmal(!!) pro Woche ihr geliebtes Fleisch vorenthalten möchte. Wenn sie dieses denn auch in einer betrieblichen Kantine zu sich nehmen würden. Und diese Kantine sich diesem, von den Grünen gemachten, Vorschlag – nicht GEBOT!! – anschließen würde. Aber anstatt darüber nachzudenken, dass man vielleicht nur ein paar Meter zur nächsten Imbiss-Bude zu laufen hätte, oder, wie es einstmals zumindest für Christen galt, der Freitag so oder so fleischlos zu sein hatte(in vielen Kantinen wäre es, wenn es denn zu einem „Veggie-Day“-Gesetz mit verpflichtenden Charakter gekommen wäre, sicher auf diesen Freitag hinaus gelaufen, noch dazu gehen da eh schon sehr viele zu Mittag heim ins Wochenende…), gab es nur noch Verachtung und Häme für die – angebliche – „Verbots-Partei“… .
  • Und am allermeisten kann sich „der Deutsche“ aufregen, wenn es um sein geliebtes Auto geht. Sobald auch nur jemand ganz, ganz zaghaft etwas äußert, was in Richtung Mehrbelastung geht – egal um wie viel es sich dabei handeln mag -, wird auf die Barrikaden gegangen. Natürlich mit grosser Unterstützung sämtlicher Lobby-Verbände und Automobil-Clubs.Im gleichen Atemzug wird aber Jahr für Jahr lamentiert, in welch armseligen Zustand unsere Strassen etcetcetc. doch seien.

    Abhilfe könnte ja, ohne weiteres und ohne dass der Geldbeutel(zumindest nicht dadurch!) zu sehr belastet werden würde, eine Autobahn-Maut schaffen. Und zwar für alle – nicht nur, was nach EU-Recht eh nicht funktionieren würde, für Ausländer(purer Blödsinn von Herrn Seehofer, aber wahlkampftaktisch äußerst clever). 40 Euro für eine Jahres-Vignette sind für jeden machbar, dies wären gerade mal 11 Cent am Tag. Und auch die kleinen Unternehmen und diese oft zitierten mittelständischen Betriebe würden dabei nie und nimmer zu Grunde gehen – vor allem, wenn man bedenkt, wie viel diese Betriebe oftmals beim Kunden sowieso schon an Fahrtkosten auf die Rechnung schlagen…
    Es sollte jedoch auch gewährleistet sein, dass es sich um eine zweckgebundene Abgabe leistet, damit dieses Geld auch tatsächlich dafür verwendet wird, wozu es eigentlich gedacht sein sollte.

Aber schön ist es dagegen doch, dass sich „ganz Deutschland“ nicht wirklich über massenhafte Überwachung aufregt. Wirklich angenehm, wenn alles so ruhig bleibt. Getreu dem Motto: „Ist doch ganz gut, wenn die mich überwachen. Wenn ich mal vor Gericht als Zeuge aussagen muss, kann ich die ja fragen, was ich am ‚Tag X‘ alles gemacht, gesehen und gehört haben könnte…“^^

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